Anlagepolitik

Unsere Grundsätze

Vorbemerkung

Gemäß § 234i Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) haben Pensionskassen der Aufsichtsbehörde jährlich eine Erklärung zu den Grundsätzen der Anlagepolitik vorzulegen und diese öffentlich zugänglich zu machen. In der Erklärung ist mindestens einzugehen auf die Verfahren der Risikobewertung und -steuerung, die Anlagestrategie und die Frage, wie die Anlagepolitik ökologischen, sozialen und die Unternehmensführung betreffenden Belangen Rechnung trägt.

Diese Erklärung bezieht sich auf das gesamte Sicherungsvermögen und alle Tarife der Deutschen Steuerberater-Versicherung. Eine Überprüfung der Anlagepolitik findet regelmäßig mindestens jährlich statt. Hierzu werden entsprechende Analysen, wie z.B. Asset-Liability-Analysen, durchgeführt.

Anlagepolitik

Oberstes Anlageziel der Deutschen Steuerberater-Versicherung ist die dauernde Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge, insbesondere die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit und die Erzielung des Rechnungszinses.

Nach den Vorgaben des VAG sind die Vermögensanlagen nach dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht unter anderem so anzulegen, dass Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des Kapitalanlagenbestandes als Ganzes sichergestellt werden. Da alle Vermögenswerte gemäß Satzung der Deutschen Steuerberater-Versicherung wie die Bestände des Sicherungsvermögens anzulegen sind, sind auch die Vorschriften der Anlageverordnung und des entsprechenden Kapitalanlagerundschreibens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für den Gesamtbestand zu beachten.

Zur Erreichung des Anlageziels wurde eine langfristig ausgerichtete strategische Anlage- Allokation basierend auf einer Asset-Liability-Management (ALM)-Studie erstellt, die regelmäßig aktualisiert wird. Ausgangspunkt der ALM-Studie waren Langfristuntersuchungen der versicherungstechnischen Verpflichtungen aus denen sich grundsätzliche Anforderungen an die Struktur des Kapitalanlagebestandes einschließlich Fungibilitäten, Laufzeiten, Währungen, Marktpreisrisiken etc. ergeben. Mittels einer in die Zukunft gerichteten stochastischen Analyse wurden anschließend die versicherungstechnischen Verpflichtungen einerseits und die erwartete Wertentwicklung der verschiedenen Anlageklassen andererseits zusammengeführt. In weiteren Schritten wurde auf Basis einer detaillierten Analyse eine möglichst geeignete und effiziente Anlage-Allokation ermittelt, die langfristig zu einem vorteilhaften Rendite-/Risikoprofil des Kapitalanlagebestandes führt.

Die strategische Anlage-Allokation als Ergebnis der ALM-Studie wurde in der Kapitalanlagerichtlinie dokumentiert, die den Rahmen der Anlagetätigkeit bildet.

Darüber hinaus wird die strategische Anlage-Allokation in einer mindestens jährlich stattfindenden Risikoanalyse auf Basis eines aktuellen Kapitalmarktmodells überprüft und ggf. adjustiert. Im Rahmen einer taktischen und dynamischen Anlage-Allokation kann vorübergehend eine vom langfristigen Ziel abweichende Allokation der Kapitalanlagen vorgenommen werden.

Der Direktbestand ist mittel- bis langfristig in festverzinslichen Kapitalanlagen von erstklassiger und guter Bonität angelegt. Aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds und als eine wesentliche Maßnahme im Rahmen des Sanierungskonzeptes hat die Deutsche Steuerberater-Versicherung im Geschäftsjahr 2020 begonnen, die strategische Anlageallokation mit einer breiteren Diversifikation sowie einem höheren Risikoprofil, verbunden mit einem besseren Renditepotenzial, umzusetzen und hat dieses im Geschäftsjahr 2021 kontinuierlich weiterverfolgt. Damit wurden im indirekten Bestand (Spezialfonds) sukzessive risikoreichere Anlageklassen wie z.B. Aktien, Beteiligungen, Immobilien und Infrastruktur weiter aufgebaut. Die auf Grundlage des Sanierungskonzeptes durchgeführte Sanierung hat hier Möglichkeiten geschaffen, die vor Sanierung aufgrund der aufsichtsrechtlichen Solvabilitätsanforderungen nicht bestanden. Dabei dienen vorhandene stille Reserven als Risikopuffer bei einer Unterschreitung der Gesamt-Netto-Zielverzinsung.

Nachhaltigkeitsstrategie

Der Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht und die Langfristigkeit des Geschäfts verpflichten implizit zu einer nachhaltigen Kapitalanlage. Die Deutsche Steuerberater-Versicherung ist an einer Anlagepolitik interessiert, die ökologischen, sozialen und die Unternehmensführung betreffenden Belangen angemessen Rechnung trägt, ohne einen notwendigen Renditeanspruch zu vernachlässigen. Das betrifft direkt und indirekt gehaltene Kapitalanlagen gleichermaßen.

Für die Kapitalanlagenverwaltung wurde mit Beginn zum 1. Januar 2021 ein Fiduciary Manager, d.h. ein namhaftes internationales Beratungsunternehmen für die ganzheitliche Strukturierung, Implementierung und Überwachung der Kapitalanlagen, beauftragt. Mit der Verwaltung des Direktbestands wurde zum 1. Oktober 2021 zudem ein Direktbestandsmanager, hier der Asset Manager eines großen Versicherungskonzerns, engagiert, wobei der Fiduciary Manager übergeordnet gesamtverantwortlich für die Steuerung der Kapitalanlage inklusive Direktbestand bleibt.

Der Fiduciary Manager hat sich den „UN Principles for Responsible Investments (UN PRI)“ verpflichtet und setzt sich für Nachhaltigkeitsaspekte in der Kapitalanlage ein. Der Fiduciary Manager bezieht Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen, die sowohl finanzieller als auch nicht-finanzieller Art sein können, in den Investitionsentscheidungsprozess mit ein. Dies betrifft insbesondere Transitionsrisiken und physische Risiken im Hinblick auf die avisierte Reduktion des CO2-Abdrucks des Portfolios um 50% per 2030 im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen.

Mit Blick auf die Größe und Struktur des Portfolios der Deutschen Steuerberater-Versicherung berücksichtigt der Fiduciary Manager ökologische und soziale Kriterien sowie Leitlinien für eine gute Unternehmensführung. Er berücksichtigt des Weiteren bei Investitionsentscheidungen nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren, wie z.B. die Belastung einer Kapitalanlage mit Herstellern von kontroversen Waffen, und überprüft bei der Bewertung und Auswahl von Zielfonds, ob die Asset Manager der Zielfonds einen integrierten ESG-Ansatz verfolgen. Wird eine Schwäche des Managers bei der Integration von ESG-Kriterien identifiziert, so arbeitet der Fiduciary Manager darauf hin, dass der Manager die Art und Weise des Umgangs mit ESG überdenkt und eine verbesserte Herangehensweise anstrebt. Eine Schwäche in diesem Bereich führt nicht zu einem automatischen Ausschluss des Managers, wird jedoch als Malus erfasst.

In der Kapitalanlage werden aktuell weder Ausschlusskriterien noch Positivlisten eingesetzt. Bei der Abwägung der Umsetzung nachhaltiger Ziele gegenüber Renditeanforderungen wird der Wirtschaftlichkeit einer Anlage auf Grundlage der Art, Dauer und Struktur der versicherten Leistungen Vorrang gewährt. Die Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken bei der Anlage hat keinen Einfluss auf die Vergütungspolitik des Vorstandes der Deutschen Steuerberater-Versicherung.

Risikobewertung und -steuerung

Die Deutsche Steuerberater-Versicherung verfügt über ein operatives Risikomanagementsystem, in dem alle Risiken systematisch erfasst, bewertet, überwacht und gesteuert werden. Die unabhängige Risikocontrolling-Funktion unterstützt den Vorstand bei der Anwendung und kontinuierlichen Weiterentwicklung dieses Systems.

Bezogen auf den Kapitalanlagebestand sind vor allem Markt- und Kreditrisiken sowie Liquiditäts- und Konzentrationsrisiken von Relevanz. Die Messung, Kontrolle und Steuerung von Marktrisiken basiert auf Stresstests, Prognoserechnungen, ALM-Studien sowie regelmäßigen Portfolio- und Performance-Analysen. Im laufenden Prozess wird der dann tatsächlich eingetretenen Kapitalmarktentwicklung Rechnung getragen. Kreditrisiken werden durch Anlagerestriktionen entlang von Ratingklassen in den speziellen Anlagerichtlinien für die Direktanlage und den Investment Guidelines der Fonds gesteuert. Zudem werden Ausfallrisiken durch eine breite Streuung der Emittenten begrenzt. Dem Liquiditäts- und Konzentrationsrisiko wird durch ausreichende Fungibilität und Diversifikation der Anlage und eine rollierende Liquiditätsplanung Rechnung getragen. Generell finden die aufsichtsrechtlichen Vorschriften zur Mischung, Streuung und Kongruenz Anwendung.

Die laufende Überwachung der Kapitalanlage erfolgt mittels eines monatlichen und quartalsweisen Reportings. Die Berichte beinhalten u.a. Angaben zur Performance der Anlageklassen und Asset Manager, zu Markt- und Buchwerten und der Auslastung des definierten Risikobudgets sowie ein qualitatives Monitoring der Asset Manager.

Bilanziellen Risiken aufgrund von Kapitalmarktschwankungen wird durch die Bewertung der Kapitalanlagen wie Anlagevermögen bzw. durch die Bewertung zum Nenn- oder Anschaffungswert Rechnung getragen.

Vor der Investition in neuartige Anlagen erfolgt eine umfassende Überprüfung der Auswirkungen des Einsatzes auf die Prozesse der beteiligten Bereiche. Schwerpunkt der Prüfung bildet die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen und internen Anforderungen sowie die Sicherstellung der Abbildung der neuartigen Instrumente in den Risikomanagement-, Buchhaltungs- und Berichtssystemen.

Bonn, den 1. Februar 2022

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Die Deutsche Steuerberater-Versicherung hat im Jahr 2014 nachrangige Schuldverschreibungen begeben.

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